Sonntag, 17. Oktober 2010

Ersttrimesterhumor

Einer der wundervollen Aspekte unserer kleinen wundervollen Hochschule ist ja, dass jedes Jahr aufs Neue im Oktober "die besten rund 100" (nun ja, so war das früher - jetzt sinds halt meist eher so 115, weil manche halt doch erst später merken, dass sie den elitären Lernansprüchen nicht gewachsen sind und dann unrühmlich abhauen und dann aber trotzdem noch hinreichend Studiengebührenvieh verbleiben muss*) hochmotivierten, hoffnungsfrohen, diskussionsfreudigen, die Welt mit ganz eigenen Augen sehenden Jung-Juristen zur großen Familie hinzustoßen. Früher oder später gelangen diese dann beim "Googlen" oder so auch mal auf das Blog des geschätzten Kollegen Carraway oder eben auf die hiesige bescheidene Publikation. Das bietet dann die Gelegenheit, schon mal wie "die Großen" den Finger in die Wunde der fundamentalen Probleme unserer Gesellschaft zu legen und auch gleich noch einen Kommentar zu schreiben, der die goldene Gegenwart und Zukunft der Bucerius Law School kilometerweit gegen den Wind erstrahlen lässt. Völker der Welt, schaut auf diese Stadtdiesen Hochschüler (Rechtschreib- und inhaltliche Fehler im Original):

Rozzenplozz, DU kannst das Ansehen unserer Hochschule verbessern.
Einfach keine Beiträge mehr schreiben. Oder besser!!!!!!!! Den Block ganz niederlegen.

Ein weiser Tipp von der Großmutter: Dein Block lenkt dich und vor allem die Leser nur von dem einzigen Ziel ab:

18 PUNKTE!!!

Vielleicht hättest du es ja ohne den Block auch geschafft, wie dein Freund ??? (Beitrag von 17. Juli 2006)
[gemeint ist offenbar dieser Beitrag; der Autor]
Wer weiß das schon?

Aber ich verstehe. Die „Währung“ Aufmerksamkeit ist einfach zu verlockend in unserer Gesellschaft. Besonders für diejenigen, die den hohen Standard eines Lawschülers nicht gerecht wurden wie du.

Rozzenplozz, geh in die Räuberhöhle deines Bruders zurück und lass die Bucerius Law School das sein, für was sie steht:
Ein Ort des elitären Lernens.

Trotz der fortgeschrittenen Tageszeit, werde ich nun intensiv weiterpauken.
Drei mal darfst du raten, was mein Ziel ist?

Penn du mal weiter!!!

Fremdschämen ist höchstens in Finsdorf unterhaltsamer.


*Hierbei handelt es sich um eine pure Spekulation, jeder Tatsachengrundlage entbehrend, frei erfunden, bar jeder Ähnlichkeit mit lebenden Hochschulentscheidungen treffenden Personen und satirisch bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Damit das klar ist.

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Samstag, 17. Juni 2006

Examen - Konfrontation mit der staatlichen Universität

Für mich stand ja kürzlich das erste juristische Staatsexamen auf dem Programm. Von vielen gefürchtet, geht man selbst als Bucerius Law School Absolvent mit einem etwas mulmigen Gefühl in die Prüfungen, obwohl man ja eigentlich weiß, dass man als solcher nichts zu befürchten hat (s. "BLS-Bonus").

Letztere Tatsache hat sich dann auch ein ums andere Mal bestätigt. Insbesondere in den mündlichen Prüfungen war es dem Law Schüler endlich einmal möglich, seine gesamte Klasse auszuspielen. Da wird dann dem Universitätsprofessor (staatlich) endlich einmal gezeigt, wo der gesellschaftsrechtliche Hammer hängt und wer die größere Praxiserfahrung hat, wenn es um die kartellrechtliche Abwicklung von M&A-Transaktionen geht.

Sympathisch, wie man ist, versucht man hinterher natürlich auch, seine staatlichen Mitprüflinge zu trösten: "Ist doch nicht so schlimm, Du findest bestimmt auch einen Professor, der dich mit 4,2 Punkten promovieren lässt." Yeah, right.

Im Grunde fast ein wenig schade, dass man mit dem staatlichen Hochschulwesen auf fachlicher Ebene erst im Examen konfrontiert wird. Andererseits könnte ich mir persönlich auch nicht ernsthaft vorstellen, mich in eine Vorlesung mit "normalen" Studenten zu setzen. Ein Großteil zahlt ja noch nicht mal Studiengebühren! Und mit denjenigen, die jetzt schon zahlen (Langzeitstudenten, Zweitstudiumabsolvierer [vermutlich, weil sie im ersten Studium so nen Scheiß wie Sinologie gemacht haben]) möchte man - wenn man ehrlich ist - natürlich erst recht nichts zu tun haben.

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